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Digital, ach egal?*

Isernhagen/ Hannover, 09. November 2011, Kurzkommentar zur „Digitalen Aufschaltung“ aus der Sicht von Andreas Partie, Geschäftsführer der atn Partie GmbH

Wenn es um die digitale Zukunft des Fernsehens beziehungsweise des Medienkonsums geht, denn gestritten wird ja eigentlich zu diesem Thema nicht mehr, jedenfalls nicht öffentlich, scheinen sich Politik, Industrie, Kabelnetzbetreiber und Medien einig zu sein: sie ist digital, und das definitiv ab dem magischen Datum 30. April 2012.
Ins digitale Fernsehen werden entsprechend große Hoffnungen gesetzt. Allerdings gab es in der Vergangenheit durchaus Signale, dass die digitale Umstellung nicht ganz so reibungslos verlaufen könnte wie geplant und zudem die Akzeptanz der Konsumenten zu wünschen übrig lässt.

Verspätet, aber im April 2012 ganz sicher: die „Digitale Aufschaltung“

Seit 2003, als es mit der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens los ging haben sich die wirtschaftlich hochfliegenden Pläne und Prognosen nur teilweise erfüllt. Dagegen standen und stehen etliche Studien, die zu belegen scheinen, dass der Nutzer eigentlich nur auf die neue Technologie gewartet hat, aber nicht darauf, mit einer Vielzahl von verwirrenden Begriffen, Formaten, Gerätetypen und konkurrierenden Abonnementmodellen überhäuft zu werden.
Damals wurde de facto noch eine überwiegende Mehrzahl an Haushalten analog versorgt, allerdings über Kabel und Satellit. Damit sollte eigentlich spätestens 2010 Schluss sein, 2012 soll sie dann aber endlich kommen: die Analogabschaltung oder Digitale Aufschaltung – also jedenfalls, fast. Denn auch ein digitales Signal kann man mit viel technischem Aufwand wieder in ein analoges verwandeln, wie es einer der großen (Fast-)- Monopolisten unter den Kabelnetzbetreibern verkündet.

In der Medieninformation, die zum 14. FRK-Kabelkongress, am 17./18. Oktober 2011 in Leizpig, veröffentlicht wurde, stand denn auch zu lesen „Mangels Bürger-naher und verständlicher Vermittlung der Medienkonvergenz verlören Medien und Bürger, Berichtende und Wähler das Interesse an der Medienpolitik u.a. wegen nachvollziehbarer Verwirrungen durch Behördensprache, Fachleutekauderwelsch und mangelnder Identifikationsmöglichkeit mit einer glaubwürdigen Person, Institution, Partei, die für ein flüssiges, verständliches Konzept zur Lösung der schwierigen medienpolitischen Fragen einstehe und dadurch gleichzeitig „Heimat“ mit lokaler Identität für die Bürger, Wähler und Journalisten ermögliche“.*

Der neue Standard HbbTV? oder: die unendlichen digitalen Möglichkeiten?

Nun soll zusätzlich der im Juli 2010 verabschiedete HbbTV?- Standard Fernsehen schlauer machen. Der sogenannte „Red Button“ ermöglicht direkt über den Fernseher und während einer laufenden Sendung dazu weitere Informationen abzurufen. Diese ebenfalls hochauflösend, mit Videos, Bildern und Texten.
Auf der einen Seite stehen dabei die technologischen Möglichkeiten für den Anwender, die als unabänderlich einziehender Kommunikationsfortschritt daher kommen, auf der anderen Seite bezeichnet selbst die Informationsseite www.hbbtv-info.de den neuen Standard als “ eher noch eine Art „multimedialer und erweiterter Videotext“.*

Nutzer versus Technologie: offen, neutral und hybrid – die Zukunft der Medien und des Zuschauers?

Was aber viel entscheidender ist: in vielen Fällen ignoriert die ambitionierte Planung von Macher, Betreibern, Herstellern, Händlern und Dienstleistern, die menschlichen Gewohnheiten, mit Fernsehen als einem immer noch eher passiv empfundenen und vor allem genutzten Medium umzugehen.
Ja, Zuschauer wollen unterhalten werden, und zusätzliche Informationen bekommen. Die werden aber oftmals schon innerhalb der Sendung selbst geliefert. Ja, Zuschauer, vor allem wenn sie in die marketingseitig identifizierte Zielgruppe der Early Adopter fallen, wollen technologischen Fortschritt in ihrem Kommunikationsumfeld einsetzen. Dass das so ist, beweisen nicht zuletzt die Zahlen der eingesetzten mobilen Endgeräte und die Vielzahl abonnierter Apps.
Aber: gerade beim Fernsehen will der Zuschauer eben nicht ständig interaktiv agieren, schalten und umschalten, abrufen, mit Endgeräten und Anwendungen jonglieren. Hier gibt es noch entscheidende Unterschiede in den Nutzungsgewohnheiten.

Gemäß dem Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten, der überschrieben ist “ Offen, neutral, hybrid – die neue (Un)Ordnung der Medien“* sind es derzeit noch 2,3 Millionen Haushalte, die umstellen müssen, wobei Zweit- und Drittgeräte nicht miteinbezogen sind.
Der Bekanntheitsgrad von Themen, die mit der digitalen Umstellung zu tun haben, liege, so der Leiter des Projektbüros „Klar Digital“, Klaus Hofmann, inzwischen bei 80%.*
Die gerade abgeschlossene Aktionswoche vom 24. – 31. Oktober 2011 fokussierte denn auch nicht mehr auf technische Informationen, sondern appellierte an die Zuschauer, jetzt sofort umzustellen, damit sie sich nicht am 30. April 2012 vor dem berüchtigten schwarzen Bildschirm wiederfinden.

Unabhängig davon, welcher Gruppe man sich zugehörig fühlt und welche Interessen man vertritt, geht es vor allem darum, Informationen fair und verständlich an den Endverbraucher und die vermittelnden Institutionen wie beispielsweise die der Wohnungswirtschaft zu transportieren. Nur dann bleiben die unter Zugzwang gesetzten Akteure wirklich entscheidungs- und handlungsfähig.

Andreas Partie, Geschäftführer atn Partie GmbH

Quellen in der Reihenfolge wie sie im Text zitiert sind:
*http//:www.zeit.de/2002/20/Digital_ist_ganz_egal
* Pressmitteilung des FRK, Ralf Berger, vom 18.10.2011; weitere Informationen unter
http://www.kombunt-labonte.de und http://www.slm-online.de
http://www.hbbtv-infos.de
http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Publikationen/Digitalisierungsbericht/2011/Digiitalisierungsbericht_2011.pdf
http://www.digitalmagazin.de, Interview vom 6.10.2011
http://www.klardigital.de

Kurzprofil atn Partie GmbH
Das Unternehmen für Kommunikationstechnik besteht seit mehr als 50 Jahren und wird mittlerweile in der dritten Generation jetzt von Andreas Partie geführt. Die alte Gemeinschaftsantennenanlage hat sich zu einer komplexen Struktur für die Multimediaversorgung mit TV, Rundfunk und Übertragung von Diensten wie Internet- und Telefonie-Dienstleistungen entwickelt. atn stellt Lösungen zur Verfügung, die sowohl größtmögliche Flexibilität bei der Auswahl der Signalzuführung als auch beim Transport der unterschiedlichsten Multimediadienste zum Teilnehmer bieten.Dabei konzentriert sich atn auf die Internetversorgung für Gebiete, die über „kein DSL“ verfügen, die atn Versorgung für TV Dienste kombiniert mit „High Speed Internet“ Diensten sowie die „individuelle Medienversorgung“. Als Internet-Service-Provider steht das Unternehmen aus Isernhagen in hartem Wettbewerb zu überregionalen und internationalen Konzernen. Das Unternehmen ist demgegenüber flexibel und setzt auf den direkten Draht zum Kunden statt eines anonymen Call Centers. Weitere Informationen unter http://www.atn.de.

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